Soli Insieme 
11.06.-30.08.2021

Installation im Rahmen der 7. Wasserbiennale Fürstenfeld, Mariainsel Fürstenfeld
kuratiert von Günther Pedrotti
mit Unterstützung von Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, BKA, Gemeinde Fürstenfeld
Material: weißer Stoff (Umfang 26m), Metallrohr, Stahlseile, Metallringe

Die Installation nimmt Bezug auf die Situation, mit der jeder seit über einem Jahr zurechtkommen muss. Für die Gemeinschaft allein sein, isoliert zu Hause mit eingeschränkten Kontakten. Alles, was das Leben in der Gemeinschaft, der Stadt, ausmacht, ist beschnitten und nur begrenzt oder ausnahmsweise möglich. Der Blick auf das Freibad, unmittelbar neben der Mariainsel, macht dies deutlich. Ein Freizeitangebot, das selbstverständlich schien – auch dies nicht mehr möglich.
Die Mariainsel, mit einem Umfang von ca. 26 Metern, wird von einem weißen, blickdichten Vorhang eingehüllt. Die ortsbezogene Installation verwandelt die Mariainsel in einen isolierten Raum, der sich von der Umgebung sichtbar abgrenzt. Die Ästhetik des weißen Stoffs erinnert an ein Lazarett, ein Kriegsspital. Das Wort Lazarett geht ursprünglich auf ein Pestkrankenhaus auf der Insel Santa Maria di Nazaretto (benannt nach Maria von Nazareth) in der Lagune von Venedig zurück. Bekannt sind ebenfalls die beiden venezianischen Inseln Lazzaretto Vecchio – sie war ein Ort, an den Pestkranke und -leichen in Venedig gebracht wurden – und Lazzaretto Nuovo – die erste Quarantänestation der Welt.
Alice von Alten beschäftigt sich in ihrer medienübergreifenden Arbeit mit der kulturellen Vermittlung von Naturbildern und -vorstellungen, den Auswirkungen, die menschliches Handeln auf die Landschaft hat, und den Rückwirkungen. „Landschaft ist immer geprägt von gesellschaftlichen Trends, dies spiegelt sich schon im Kleinen in privaten Gärten wider, und Naturwahrnehmung hat dementsprechend immer mit der Auseinandersetzung mit dem Selbst zu tun, weshalb Landschaft einen idealen Rahmen bildet, um diese Themen zu diskutieren.“
In Zeiten der Pandemie zieht es Leute vermehrt auf das „Land“, Outdoor-Freizeitangebote boomen, und die „Natur“, das „Grün“ werden idealisiert. Diese fiktiven Orte sollen Geborgenheit bieten, wir suchen Schutz und Rückhalt. Wie ordnen wir uns ein in der „Natur“? Wo sehen wir unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt, und inwiefern sind wir natürlich selbst verantwortlich für die Rückschläge der Natur?
Der Titel Soli Insieme, ital. gemeinsam allein, bezieht sich auch auf die Lage der Mariainsel im öffentlichen Raum, welcher grundsätzlich jedermann zugänglich ist, und gleichzeitig auf das Kontaktverbot, welches unser Leben seit über einem Jahr dominiert.












Straining Field
Installation, Spangurte, Erdanker,
2021, Wolfgangsee im Rahmen des Supergau - Festival für zeitgenössische Kunst
2016, Botanischer Garten Wien

Von der Krone straff herunter gespannte Seile scheinen die drei Bäume am Wolfgangsee regelrecht in ein Korsett zu zwängen, das ihre besondere Wuchsform hervorgebracht hat. Sie werden dirigiert, förmlich zu Boden gezerrt und sind im Begriff zu kippen.
Doch wird diese Gewalt hier nur suggeriert.
Hinterfragt werden Stellung und Absichten des Menschen gegenüber der Natur und anderen Lebewesen in Zeiten des Klimawandels und der Globalisierung.

Natur, Landschaft, Körper, Selbst.
In der Auseinandersetzung mit Naturwahrnehmung stößt man unmittelbar auf die Konfrontation mit dem Selbst. Wo positioniere ich mich? Welchen Einflüssen unterliege ich, welche Erlebnisse, Erinnerungen, Sehnsüchte prägen Auge und Geist?








Urban Landscape
Objekt, 300 x 200, Teppich-Stücke auf OSB-Platte, 2016

Besonders orientalische Teppiche sind berühmt für ihre abstrakten Abbildungen von Gärten. Man könnte sie auch Winter-Garten nennen, weil sie das `Draussen´ nach drinnen bringen. Der kreierte Teppich zeigt eine reduzierte niederländische Landschaft, welche durch ihre im Raster angelegten Felder, besonders die der bunten Tulpenfelderm, heraussticht, und der ebenfalls geradlinigen Kanälen, welche sie zerschneiden.






My Fence, My Paradise
Installation, 2 Objekte aus Metall, 1 Fotografie 120 x 80 cm, 2019

Nach Foucault ist der Garten die älteste Heterotopie, selig und universalisierend. Er ist sowohl die kleinste Parzelle, als auch die Totalität der Welt.
Gesammelte Elemente, verfremdet und entkleidet durch den Ortswechsel in den Innenraum, wecken Sehnsüchte und Erinnerungen und werfen gleichzeitig Dialektiken auf - vom Einschließen und eingeschlossen Sein und Ausschließen und ausgeschlossen Sein - welche das Festhalten an der Illusion der Beherrschung und Kontrolle über die Natur widerspiegelt.
Landschaft und Garten als politisches Ausdrucksmittel, Abbildungen politischer Macht und Ansichten, sie spiegeln die Vorstellung von Natur, letztlich jene von uns selbst.







To Trespass
Aktion/Installation, 2018

To Trespass befasst sich mit dem Rhein-Fluss an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz und fokussiert sich dabei auf Muscheln (Corbicula fluminea, Körbchenmuschel), die von Südostasien bis hin zu Nordamerika an seine Ufer gespült werden. Die Muschel, die an ferne Urlaubsorte denken lässt und kulturell und philosophisch stark aufgeladen ist, ist hier Allegorie unserer zeitgenössischen Lebensweise, welche Beweglichkeit fordert, Flexibilität voraussetzt und damit einen Nomadismus bedingt, welcher positive und negative, sichtbare und unsichtbare Konsequenzen hat. Das im Rheindelta (Bodensee) gesammelte Strandgut, Muschelschalen, wird in einen Ausstellungsraum transportiert, wo es Teil einer Installation wird. Teil der START-Projekte, Kulturperspektiven 2024 - Feldkirch, Dornbirn, Bregenzerw

ald
https://www.dornbirnplus.eu/de/projekte/startprojekte






Ausstellungsansicht Bye Bye Oskar







Pop Corn
Objekt aus Pappmachée, Holz, Metall + Performance, 2016

Die Performance bestand aus dem Verkauf von Popcorn. Preis und Inhalt der Packungen änderten sich im Laufe der Veranstaltung. Durch dieses Variieren sollte das Manipulieren von Landschaft/Natur angesprochen und Konsumverhalten hinterfragt werden.